Waldemar Diskussion gestartet von Waldemar 3 Monaten
Heute vor 50 Jahren ging Woodstock zu ende. Der 17.08.1969. Woodstock '69 gilt als das berühmteste Festival aller Zeiten. Und seine DNA die noch heute in den Köpfen weiterer Generationen weiterlebt, indem sie sich damit beschäftigen und daran messen wollen. Der Film, der wenig später ins Kino kam, sorgte dafür, dass alle irgendwie dabei sein konnten, genauso wie die einzigartigen Fotos von Elliott Landy: Drei Tage Love and Peace, in Regen und Schlamm. In Zeiten des Vietnamkrieges wurde das Musikfestival zum Erweckungserlebnis für eine ganze Generation. Am Ende „zersägte“ Hendrix die US-Hymne. Auf Basis von 100 Stunden Originalmaterial zeigt Barak Goodman in der Doku „Woodstock: Drei Tage, die eine Generation prägten“, wie es damals wirklich war.

Es war das Lebensgefühl einer ganzen Generation, die sich frei und bis heute als Individualisten sehen.  - Und jene die diesem sich bis heute treu geblieben sind. - Woodstock ist nicht wiederholbar und wird einmalig bleiben. Aber immer weiterleben. Ein friedlicher Protest einer Hippie -Generation.

„Woodstock“ war ende der 60ern das neue Lebensgefühl und gleichzeitig auch der Abschied einer Hippie -Kultur, Naturverbundenheit + Konsumkritik USA Ausgehend (50er) Infragestellung sinnentleerter Wohlstandsideale der weißen Mittelschicht Politischer Höhepunkt Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg (Make love, not war. I`m Member of the Hippie too.) Beachtung der Menschenrechte, Beendigung der Ausbeutung der 3. Welt Aufhebung der Rassentrennung Abgrenzung von der Gesellschaft Freie Lebensweise Bunte Kleidung Lange Haare Drogenkonsum: Haschisch, LSD und Gras.

Was wollte die Hippiebewegung?



Die Hippies betrachteten die Gesellschaft als eine konsumsüchtige Gesellschaft, die aufgrund des Kapitalismus nur noch materielle Werte als „real“ anerkannte.

Mit ihrem Verhalten wollten dem als Kontrast gegenüber stehen und auch als ein Kontrast betrachtet werden.

Zudem wollten sie ausdrücken, dass sie keinen Wert auf teure Kleidung oder dergleichen legen, weswegen sie dreckige, selbstgefärbte oder auch kaputte und unpassende Kleidung trugen  (z.B.: sie trugen häufig keine Schuhe im Winter, aber im Sommer dicke und sehr lange Mäntel).

Sie wollten eine Bewegung gegen die Klassenordnung bzw. den sozialen Status starten, Gleichberechtigung für alle Länder und zwischen beiden Geschlechtern durchsetzen. Dies haben sie durch das gleiche Ankleiden dargestellt und symbolisiert. Männer zogen sich genauso wie Frauen an und ließen sich ebenfalls lange Haare wachsen und trugen genauso häufig Blumenmuster oder Ähnliches. Bemerkenswert hierbei ist vor allem, dass die meisten Anhänger oder ein Großteil von ihnen aus erhobenen Familien stammten, also zum oberen Teil der Klassenordnung stammten. Sie waren gut damit vertraut, dass die Menschen materielle Werte mehr schätzten als immaterielle. Hippies nahmen sich deswegen unter anderem auch zum Ziel, dass sie sich mehr über kleine Dinge im Leben freuen.

Sie wollten, dass jeder Mensch auf Erden das gleiche Recht auf Frieden hat und waren gegen den Krieg. - Die Unterdrückung sollte in jedem Land untersagt sein und autoritäre, zwischenmenschliche Verhaltensweisen wurden von den Vertretern der Hippiegesellschaft verachtet. Armut und Unterdrückung betrachteten sie global. Sie konzentrierten sich auf Gesellschaften, die weit weg lebten, wie zum Beispiel die Indianer, da sie glaubten, dass diese Definition der „Armut“ als erstrebenswert ist. Hier war man angewiesen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. Material hatte bei den Indianern immer einen sehr geringen Wert.

Die „Angstgesellschaft“ sollte aufhören sich vor ihrem Nachbarn, der Polizei, dem Schicksal oder dem Vorgesetzten zu fürchten.

Man sollte die Freiheit als Autorität betrachten und in der Einfachheit den Besitz suchen, nicht nur in materiellen Gegenständen oder Aspekten.

Hippies waren allgemein gegen Kapitalismus, der durch den Staat zum Hauptprinzip gemacht wurde.

Zudem kommt die „kalte Logik“ die den Menschen verfälscht und ihn abstumpft. Laut den Hippies muss die Gesellschaft durch direkte Erfahrungen zum Erfolg gelangen, Gemeinschaft und Freuden führen zu der verlorenen Kreativität zurück.

Die Sehnsucht nach einem „neuen“ Woodstock bleibt dennoch auch in der heute nüchternen Jugend, mit bescheideneren Ansprüchen behaftet. Unsere einzige Selbstverwirklichung und freien Liebe wurde uns im nach hinein negativ angelastet. Wer sich das erhalten konnte, kann alles was nachher kam, nur kritischer sehen.

Woodstock `69, hier feierten eine halbe Million Amerikaner den musikgeschichtlichen Höhepunkt der Hippie-Bewegung.  Die Rolling Stones, das Woodstock-Festival und die Musik der Beatles - sie alle waren Bestandteil der „Flower-Power-Bewegung“. In einer Generation, die versuchte Ballast abzuwerfen.

Meine Generation, die wenigsten noch zu Anfangs diesen Individualismus ausleben konnte, treu geblieben ist,  kann niemand davon abhalten, geschweige „Gleichschalten“ wie es heute politisch versucht wird. - Und ich bin dankbar dafür, als Zeitzeuge damals dabei gewesen zu sein und das Gefühl noch in mir trage. :)  
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Thorben
Thorben ...und wir sind die über 70-Jährigen, denen das niemand mehr zutraut. Das Gross dieser Generation hat sich eben auch längst aufgegeben. Wir können uns entspannt zurücklehnen und möchten keinen Tag jünger sein. Es auch nicht missen wollen, dieses anhaltenden Gefühl von innerer Freiheit und Individualismus. - Einige von uns wie Ferdinand, Waldo und Waldemar oder Rainer haben sich das erhalten, während um uns herum manche denken, diese spinnerten Alten... Mehr anzeigen 3 Monaten
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Thorben
Thorben Quelle Foto: Flower-Power - Hippie-Fest in Kay Wörschings (Mitte) erstem Lokal „Drop in“ in der Geyerstraße im Jahre 1968. Foto: Heinz Gehbardt

www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.ausstellung-im…
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