Waldemar Diskussion gestartet von Waldemar 7 Monaten
Der Satz:  „Do what you love and you’ll never work a day in your life“ – „Mach, was du liebst, und du wirst keinen Tag deines Lebens arbeiten“ ist zum Lebensmotto all jener geworden, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben oder davon träumen.  - Gilt das nun nur für Berufs- und Sinnfindung in der jeder seine Kreativität auslebt wes ihm ihm gefällt? - Erinnert mich an das „bedingungslose Grundeinkommen“ für alle.



Die Leistungsgesellschaft des „Umdenkens“ hat gerade erst begonnen.

Diese Sinnfrage läutet einen Umbruch ein, der die Arbeitswelt grundlegend verändern wird und den Trendforschern als „New Work“ bezeichnen: „Den Abschied von der rationalen Leistungsgesellschaft und der Beginn eines Zeitalters der „Kreativökonomie“, in dem die Potenzialentfaltung des Einzelnen im Mittelpunkt steht“.

Immer noch gilt: „Wer viel leistet, soll ein gutes Leben haben. Wer mehr leistet, ein noch besseres. Das Mantra der freien Wirtschaft“.

Leistung soll den Beitrag jedes Individuums zur gesamten Wirtschaftsleistung benennen.

Das Problem: Die wirtschaftliche Leistung des Einzelnen lässt sich überhaupt nicht errechnen. Und was sich errechnen lässt, hat mit der gängigen Vorstellung von Leistung wenig zu tun.

Leistung soll den Beitrag jedes Individuums zur gesamten Wirtschaftsleistung benennen. Sie dient als Erklärung für das Einkommen – und damit für Einkommensunterschiede. Ungleichheit wird mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit begründet: Wer mehr tut, hat auch mehr verdient. Dieses Ideal dient als Ausgangspunkt für eine nicht endende Beschwerdewelle: Millionengehälter für Banker und Manager seien nicht leistungsgerecht, heißt es. In Büros und Fabriken wird geklagt über tüchtige Kollegen, die mehr verdient hätten und über Faulenzer, die zu viel Geld erhalten. Erbschaften wiederum sind leistungslose Einkommen und gelten vielen daher als nicht gerechtfertigt.

Nicht die Anstrengung zählt

Doch wie misst man Leistung? Nicht unbedingt am Arbeitseinsatz oder Engagement. Jemand, der sich anstrengt und lange arbeitet, leistet nicht unbedingt mehr als jemand, der es ruhiger angehen lässt. Was zählt, ist das Ergebnis. Eine besondere Leistung scheint auch nicht vorzuliegen, wenn jemand einen besonders schmutzigen, anstrengenden, monotonen oder unbeliebten Job erledigt – eher ist es umgekehrt: schlechte Jobs werden auch schlecht bezahlt.

Das Einkommen richtet sich auch nicht danach, wie gesellschaftlich nützlich eine Arbeitsleistung ist: So erhält eine Altenpflegerin weniger Geld als ein Ingenieur, der am Sound eines Porsche-Motors bastelt – und der Ingenieur erhält weniger als ein Banker, der mit Aktien spekuliert. „Die Gehälter vieler Banker sind hoch – vor der Finanzkrise galt das noch als leistungsgerecht, seit der Finanzkrise dürften viele Menschen das anders sehen. - Produktivität ist also kein Maßstab für individuelle Arbeitsleistung, sondern drückt schlicht aus, wie erfolgreich der Betrieb oder die ganze Wirtschaft ist. - Das Individuum, seine eigene Kreativität zählt da weniger.  

Es gilt also seine Nische zu finden. - einerseits, andererseits. - Im angestrebten Beruf der Existenzerhaltung, sollten sich also beide die Waage halten.

Aber ist das möglich?

Wer die Zeit hat, wie ich als Rentner, im Netz zu surfen, findet eine Menge Beispiele, dass wir da an einer grenze angekommen sind, wo das Hergenommen nicht mehr gilt oder gelten soll. Das „Individuum“ soll wieder den gesellschaftlichen Stellenwert bekommen, wie ich es in den 60ern und Ende Siebzigern erlebt habe. Früher war alles besser. Dieses Gefühl schwingt stets mit, wenn Bürger ihren Rosengarten durch Genkartoffeln, Atomkraft oder einen neuen Bahnhof bedroht wähnen. In einer älter werdenden Gesellschaft teilen immer mehr Menschen diese Sehnsucht nach einer Welt, in der alles seinen Platz hatte.

Seinen angestammten Arbeitsplatz, indem beruflich nach der Lehrzeit in den Betrieben, selten noch etwas anderes galt.

Das Schöne am Ältersein ist, mit eigenen Augen gesehen zu haben, wie sich die Welt verändert hat. Das ist viel besser, als mit 20 unter dem Gefühl zu leiden, dass sich nichts bewegt (und deshalb endlich eine Revolution kommen muss). - die 68er waren ein Beispiel dafür und ihre gescheiterten Ideale. - Nun, nicht ganz. Einiges davon konnte ins 21. Jahrhundert rüber gerettet werden, wie angestrebte Gleichheit zwischen Mann und Frau. Wenn auch immer noch unvollkommen. Die drei „K“, Küche, Kinder und Kirche haben heute einen ganz anderen Stellenwert als früher und das ist auch gut so.

Eines ist mir davon aber eines in Erinnerung geblieben.

Wer etwas „Beruflich“ erreichen wollte, konnte es auch leichter als Heute am „Anfang des Digitalem Zeitalters“, wo Konformität, mit beruflicher Anforderung und Gleichschaltung einher geht. Das „Individuum Mensch“ dabei immer „unzufriedener“ und das „Aufbegehren“ immer größer wird. Immer weniger gilt was das soziale Wesen im Grunde ausmacht: „Idividualität“.

Die Zukunft war noch nie so ungewiss, seit wir uns von den „Individuum“ neuer Zeitrechnung Pö a Pö verabschieden musste. Quo vadis?

Vielleicht gehörst du meiner Nachkriegs-Generation an. Schreibst gern Geschichten. - Möglichst kurz und prägnant und hast Lust Mitglied bei den Netzwerkfreunden zu werden. Dann melde dich gleich bei uns an. :)
Antworten
Ferdinand
Ferdinand Im Hinblick auf die bereits hier geschilderten Entwicklungen lässt sich die gegenwärtige Verfestigung und Vertiefung sozialer Ungleichheit nur sehr begrenzt durch das Leistungsprinzip und die Regeln der Chancengerechtigkeit legitimieren. Das Leistungsprinzip bleibt daher auch heute ein normativer Bezugsrahmen für die Ansprüche von Bevölkerungsgruppen auf gesellschaftliche und insbesondere wirtschaftliche Teilhabe. Es birgt ein Potential... Mehr anzeigen 7 Monaten
loader
loader
Attachment
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.