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Ferdinand Diskussion gestartet von Ferdinand 1 Monat
    Bussi unterm Mistelzweig

Der Kuss unterm Mistel-Zweig ist eine bekannte Tradition im Advent, die aus  der viktorianischen Zeit stammt und ursprünglich dazu diente, ungestraft der oder dem Liebsten „näherkommen“ zu dürfen. Sie ist auch heute noch gerade in der Weihnachtszeit ein weit verbreiteter Glücksbringer, unter dem sich Liebespaare küssen. Auch als Weihnachtsdekoration werden Mistelzweige gerne verwendet.

Weniger bekannt ist das heilpflanzliche Potential der Mistel. Sie dient nachweislich durch viele Studien belegt besonders zuverlässige als Begleiterin in der Krebstherapie und verbessert die Lebensqualität von Tumorpatienten.

Wissenschaftliche Evidenz zur Mistel-Therapie: (Beitrag nach „Ärzte für Misteltherapie“):
Seit 1980 wurden insgesamt 30 klinische Studien mit Mistelpräparaten von Helixor (mittelständisches, pharmazeutisches Unternehmen, Heilmittel GmbH & Co. KG) durchgeführt. Die meisten hatten das Ziel zu prüfen, ob sich mit einer Misteltherapie die Überlebenszeit verlängern und/oder die Lebensqualität verbessern lässt.

Das Spektrum der Tumorerkrankungen ist weit gefächert: untersucht wurde die Misteltherapie bei Patienten mit

•    Brustkrebs in verschiedenen Stadien

•    Lungenkrebs

•    Darmkrebs in verschiedenen Stadien

•    chronisch-myeloischer Leukämie

•    Eierstockkrebs

•    Pleurakarzinose (krebszellhaltigen Wasseransammlungen zwischen Lungen- und Rippenfell)

•    malignem Lymphom

•    malignem Melanom ("schwarzer" Hautkrebs)

•    Bauchspeicheldrüsenkrebs

Von diesen 30 Studien sind vor allem vier herauszuheben:

1.    Studie von Piao et al. (2004) an insgesamt 224 PatientInnen mit Brust-, Eierstock- und nichtkleinzelligem Lungenkrebs: Eine der wichtigsten Studien zur Anwendung der Misteltherapie, weil sie die Kriterien einer modernen Studie nach den Standards der evidenz-basierten Medizin erfüllt. Sie zeigte, dass die Misteltherapie die Lebensqualität signifikant verbessern und die Nebenwirkungen der Chemotherapie verringern kann.

2.    Studie von Auerbach et al. (2005) mit 20 Brustkrebs-Patientinnen: Auch an dieser relativ kleinen Studie wurde deutlich, dass eine Misteltherapie Nebenwirkungen der Chemotherapie, vor allem negative Einflüsse auf wichtige Immunzellen, abmildern kann. Der Bedarf an weiteren Medikamenten sank.

3.    Studie von Tröger et al. (2010) mit 65 Brustkrebs-Patientinnen im Stadium I-III: Ebenfalls eine methodisch hochwertige Studie, die bewies, dass eine Misteltherapie die Lebensqualität während einer Chemotherapie signifikant verbessern und möglicherweise negative Einflüsse der Chemotherapie auf die Zahl weißer Blutkörperchen abschwächen kann.

4.    Studie von Mansky et al. (2010) bei PatientInnen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren in Brust, Darm, Bauchspeicheldrüse und Lunge: Diese Studie zeigte, dass die Mistel die Wirkung einer Chemotherapie nicht beeinträchtigt, sondern ihre Wirksamkeit eher sogar noch erhöhen kann, weil das Zellgift (hier: Gemcitabin) aufgrund der durch die Mistel verbesserten Verträglichkeit höher dosiert werden kann. Beitragsende

Allgemeines zur Mistel:

Die Mistel (lat. Viscum Album) kümmert sich nicht um die Gesetze von Licht und Schwerkraft, sie bildet keine Wurzeln und trägt mitten im Winter Früchte. Für die einen ist sie ein wertvolles Gut für die anderen ein Schädling. Botanisch gesehen ist die Pflanze ein Halbschmarotzer. Das heißt, die Mistel wurzelt nicht im Boden, sondern entzieht dem Baum auf dem sie wächst Wasser und die darin gelösten Mineralien. Photosynthese betreibt die Mistel über die immergrünen Blätter selbst.

Das problematische ist, dass bei starkem Mistelbefall der Wirtsbaum schwere Schäden erleidet. Einzelne Äste oder sogar der gesamte Baum können absterben. Besonders dramatisch ist der Befall in Obstplantagen.

Was viele nichts wissen, sind die zahlreichen Heilkräfte der Pflanze. Aber Vorsicht: nur die Blätter und Triebe haben eine heilende Wirkung, die weißen Beeren hingegen sind für den Menschen giftig. Die Wunderpflanze Mistel wirkt gegen Krebs,  Bluthochdruck, Herz- und Kreislaufprobleme sowie bei rheumatischen Beschwerden, Verdauungs- und Stoffwechselstörungen. Früher wurde die Pflanze sogar verehrt und als heilig angesehen. Auch die Beeren der Mistel haben eine Funktion, denn sie dienen angepassten Vogelarten als Nahrung im Winter.


Eine häufige, irrtümliche Behauptung ist, dass die Mistel unter Naturschutz steht. Für den privaten Gebrauch ist es erlaubt, Misteln in geringen Mengen abzuschneiden. Für den gewerblichen Vertrieb hingegen dürfen sie, wie alle Wildpflanzen, nicht geerntet werden.

@18.12.19, Ferdinand


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