Waldemar Diskussion gestartet von Waldemar 1 Woche
Aber nur auf den ersten Blick: Hinter Produktnamen wie Erylite, Sukrin, Erythritol, Neue Süsse, Sucolin, Xucker Light oder auch sweetERY (eine Übersicht finden Sie hier) verbirgt sich ein (bio-)chemisch erzeugter Alkoholzucker, der auch die wenig appetitliche Bezeichnung E968 trägt. Er zählt in der Europäischen Union zur zulassungspflichtigen Gruppe der Süßungsmittel zusammen mit Sorbit, Xylit und Stevia.


Erythrit kommt in der Natur vor und ist in Käse, Obst oder Pistazien nachweisbar. Für die in der Lebensmittelindustrie benötigten großen Mengen wird Erythrit jedoch künstlich hergestellt.

Pilze liefern den "Xucker Light"-Rohstoff Erythrit

Woher kommt der neue Zuckerersatz? Natürliches Erythrit kann nur durch aufwendige chemische Katalyseprozesse aus Weinsäure oder Dialdehydstärke gewonnen werden. Zwei Verfahren, die kostspielig und kompliziert sind. Darum werden osmophile Pilze genutzt, die mit kleinsten Kohlehydraten "gefüttert" werden und diese mittels Fermentation in Ribit, Glycerin, Ethanol, kleine Mehrfachzucker (Oligosaccharide) und eben Erythrit aufspalten.

Warum ersetzen wir nicht gleich den ganzen Zucker in unserer Nahrung durch das kalorienarme E968? Weil Erythrit nur rund die Hälfte der Süße von Zucker erreicht, den unsere Geschmacksnerven zu lieben gelernt haben. Um den gewohnten Geschmack zu erzeugen, sind größere Mengen des weißen Pulvers nötig.

Erythrit kann zu Verdauungsproblemen führen

Der Zuckerersatz ist bei uns zwar als Lebensmittel-Zusatzstoff zugelassen, muss bei einem Anteil von mehr als zehn Prozent aber mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden. Denn Erythrit wird zwar zu rund 90 Prozent über den Dünndarm aufgenommen und die Niere wieder ausgeschieden. Doch die restlichen zehn Prozent sorgen für typische Nebenwirkungen von Zuckeralkoholen wie etwa Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall - ein Effekt, den gar zu "verliebte" Freunde zuckerfreier Kaugummis kennen dürften. Zudem kann sich die Gesamtmenge schnell auf ein bedenkliches Maß summieren, wenn mehrere erythrithaltige Produkte verzehrt werden.

"Ich habe viele Substanzen kommen und gehen sehen, nachdem sich doch negative Auswirkungen auf den Körper gezeigt haben", sagt Roger Eisen, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin. Wie bei vielen neuen Substanzen lässt sich eine langfristige (Neben-)Wirkung auf unseren Körper durch Erythrit nur vermuten.

Zuckerersatzstoffe im Vergleich:



Wer dennoch auf Erythrit als Zuckerersatzstoff umsteigen möchte, sollte sich langsam herantasten und auf Nebenwirkungen achten. Dann kann E968 Zuckerersatz sein "ohne den bitteren Nachgeschmack von Stevia, den manche Menschen genetisch bedingt schmecken", erklärt Mediziner Eisen. Und zwar für Diabetiker und all diejenigen, die im Frühjahr verstärkt auf ihre Figur achten.

Quelle: Lifeline
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