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Ferdinand Diskussion gestartet von Ferdinand 2 Wochen
Ich versuche ja meine Beiträge zur Gesundheit möglichst einfach und für alle somit verständlich und aufklärend zu verfassen, wobei sie lediglich meine Meinung, mein Verständnis und mein Wissen dazu beinhalten. Sie sind somit keine medizinischen Fachbeiträge! Für eine medizinische Behandlung empfehle ich immer, den Arzt des Vertrauens und ggf. auch die Zweitmeinung eines Facharztes!

Gut 2,8 Millionen Bundesbürger leiden unter schlimmen chronischen Schmerzen, so dass man diese eigenständige Erkrankung bereits zu den Volkskrankheiten zählt. Doch laut „Schmerzmedizinern“ werden die meisten Patienten nicht ausreichend oder optimal versorgt!

Viel zu oft  werden viele von ihnen leichtfertig mit Schmerzmitteln abgefertigt oder gar zu gerne, besonders von den sogenannten  „Gutachtern“ der medizinischen Dienste im Auftrag und Interesse der Krankenkassen, Rentenversicherungen, Berufsgenossenschaften und bei schuldlosen Unfallschäden der Haftpflichtversicherungen  als „Simulanten“ hingestellt, was häufig nur von Betroffenen durch teure, kostengebundene Gegengutachten unabhängiger Gutachter widerlegt werden kann. Allzu oft stehen die nicht so wehrhaften Patienten solchem schäbigen, entwürdigenden Verhalten solcher käuflicher Mediziner hilflos gegenüber. Widerspricht man solchen Gutachtern, dann wird das in den Gutachten noch zusätzlich bösartig vermerkt, mit einer medizinischen Umschreibung, die ich mir hier lieber verkneife bzw. erspare, denn sie sind ja sehr vielen Betroffenen bekannt.

Ich weiß wovon ich schreibe, denn ich habe es zum einen als Patient, nach einem sehr schweren, schuldlosen Autounfall und 58 Operationen in deren Folge - und zum anderen als Beauftragter von Patienten, in meiner 10jährigen Eigenschaft  als Vorsitzender für eine soziale Einrichtung in vielen Fällen erlebt. Doch nicht nur das sollte Thema dieses Beitrages sein.

Wann sind Schmerzen chronisch?

In der Fachliteratur spricht man in der Regel bei Schmerzen die über drei Monate anhalten von einer Chronifizierung. Zudem ist medizinisch entweder keine eindeutige Ursache erkennbar, oder die eigentliche Ursache wurde behoben, die Schmerzen aber bleiben. Dann spricht man in der Regel von chronischem Schmerz-Syndrom. Charakteristisch haben somit die chronischen Schmerzen ihre Warnfunktion der Ursache verloren und bedeuten eine eigenständige Krankheit bzw. Erkrankung.

Woher rühren solche chronische Schmerzen?

Die Ursachen können körperlicher oder psychischer Natur sein, wobei die Faktoren oft mit den körperlichen beginnen und sehr häufig in seelische überleiten. Hierbei kristallisieren sich als Hauptauslöser Depressionen, Burnout oder auch Mobbing am Arbeitsplatz als oft typisch heraus. Es ist also meistens nicht das körperliche Fehlverhalten (zu langes Sitzen, zu wenig Bewegung, schlechte Bettausstattung u. ä.) sondern meistens der seelische Zustand für die Chronifizierung des Schmerzes verantwortlich.

An wen sollten sich Patienten wenden?

Der erste Kontakt sollte der Arzt des Vertrauens, also der Hausarzt sein, kann aber auch ein Orthopäde oder Neurologe sein, wenn man den Hausarzt einbezieht, denn in der Regel setzt er die lange Behandlung fort.

Kann man chronischen Schmerzen vorbeugen?

Natürlich – in dem man auf eine gesundheitlich ausgewogene Prophylaxe (Gesamtheit vorbeugender, gesundheitlicher Maßnahmen) achtet!

Wie wird eine Diagnose zu chronischen Schmerzen erstellt?

Zunächst wird die Vorgeschichte zu diesen Schmerzen des Patienten vom Arzt möglichst genau erfragt. Danach wird der Schmerzpatient körperlich und psychisch untersucht. Daraus wird ein entsprechend zugeschnittenes Gesamtkonzept entwickelt.

Wie werden chronische Schmerzen behandelt?

In die Therapie fließen aktivierende physiotherapeutische sowie psychotherapeutische Maßnahmen anteilig ein. Hinzukommen können im Bedarf auch noch zusätzliche Behandlungen mit Medikamenten, Injektionen oder Infusionen. Das heißt also, dass es sinnvoll ist, nicht mit Einzelmaßnahmen zu behandeln, sondern mit einem Gesamtkonzept. Dabei sollten Schmerzärzte  mit Psychologen und Physiotherapeuten, in enger Absprache zusammenarbeiten.

Was sind Schmerzmediziner?

Die Schmerzmedizin ist eine junge Disziplin der Medizin. Nur speziell ausgebildete Ärzte zum Schmerzmediziner sind wirklich und umfassend geeignet, auch schwere Fälle von chronischen Schmerzen zu behandeln. Sie sind im Berufsverband für Schmerz- und Palliativmedizin zusammengeschlossen. Leider gibt es im gesamten Bundesgebiet bisher nur 1102 ambulant tätige Schmerzärzte, die durch Auflagen der KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung der Krankenkassen) lediglich 330 600 Patienten von 2,8 Millionen Patienten, mit schweren chronischen Schmerzen, pro Quartal behandeln dürfen. Eine idiotische Vorgabe bzw. Einschränkung, angeblich aufgrund entstehender Kosten, die in Folge von nicht frühzeitigen Behandlungen erst zu einem Vielfachen anwachsen. So heißt es also, dass jeder ausgebildete Schmerzarzt nur 300 Patienten pro Quartal behandeln darf, was wiederum deren Umsätze gegenüber anderen Ärzten erheblich schmälert, da die Schmerzmediziner pro Patient bezahlt werden. Dadurch lässt sich kaum noch jemand zum Schmerzarzt ausbilden, d.h. dass der Trend ausgebildeter Schmerzärzte eher nach unten geht.

Wie groß ist bei chronischen Schmerzen die Chance auf Heilung?

Zurzeit kehren mehr als 50 Prozent der Schmerzpatienten an ihren Arbeitsplatz zurück. Das Manko besteht darin, dass es zu wenig Schmerzmediziner (derzeit 1102) für zu viele Schmerzpatienten (derzeit mehr als 2,8 Millionen) gibt. Dadurch entstehen viel zu hohe Wartezeiten, Betroffene kommen also erst sehr spät oder gar nicht beim Schmerztherapeuten an, haben somit sehr hohe Arbeitsausfall-Zeiten oder werden gar mitunter vorzeitig und oft unnötig  in Erwerbsminderungs-Rente geschickt. Ein Teufelskreis von vielen unseres stark kränkelnden und somit dringend überarbeitungsbedürftigen Gesundheitssystems.

Doch die politisch Verantwortlichen hierfür raffen das nicht bzw. wollen es nicht begreifen, denn  schließlich muss der ganze Rattenschwanz der Profiteure menschlichen Leidens auch weiterhin viel zu dicke – nicht nur Umsätze, sondern besonders – Gewinne einfahren und dafür wird mit „allen – eben auch illegalen – Mitteln“ gesorgt. So dümpelt und kränkelt diese Demokratie vor sich hin! Dazu gibt es „weiß Gott“ unzählige Beispiele – eben nicht nur im Gesundheitswesen – was in Folge nicht nur zu einem Brodeln im Staatsvolk führt, sondern teilweise schon beginnend zu einer zunehmenden Radikalisierung, die dann von den Verantwortlichen bejammert wird. Wie krank ist doch unsere Politik, ohne erkennbare Sichtnähe von Heilung! Aber dies nur nebenher!

Wirken auch Schmerzmittel gegen chronische Schmerzen?

Ich sage bedingt und zeitlich eingeschränkt ja, allerdings kommt es hierbei auch auf die Schmerzqualität und die Verhältnismäßigkeit von Folgeschäden an!

Bei typischen Nervenschmerzen können Betroffene so viel Schmerzmittel, wie zum Beispiel Ibuprofen, Paracetamol, Doppeltspalt u. ä. schlucken wie sie wollen, eine Besserung erreichen sie nicht! Lediglich entsteht durch eine solche verstärkte Einnahme von „Chemie“ noch die zusätzliche Problematik einer Schädigung innerer Organe, vor allem von Leber, Nieren und Magen. Wirkungsvoll hilfreich sind hingegen Rauschmittel, wie z.B. Opiate (Opium), Morphiate (Morphium) und Cannabis. Allerdings, wenn die chronischen Schmerzen  ursächlich z.B. durch Operation beseitigt werden können, wird eine Entwöhnung von den Rauschmitteln in Absprache mit dem Arzt oder Facharzt notwendig, nicht abr bei austherapierten Patienten. Rauschmittel können die Verkehrstüchtigkeit beeinflussen und in höherer Dosierung die Verkehrstüchtigkeit verbieten!

Bei Migräne und anderen Kopfschmerzen löst eine übermäßige und längere Einnahme von Schmerzmitteln meistens sogar eine Zunahme der Beschwerden aus. Denn wenn an mehr als zehn Tagen solche Akut-Präparate eingenommen werden, lösen sie Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerzen aus.

Abschließend anmerken möchte ich – wie immer – dass meine Sichtweiten keine Gesundheitsfachbeiträge sind und eine Abklärung und Behandlung durch den Arzt des Vertrauens oder den Facharzt nicht ersetzen! Wecken meine Beiträge trotzdem Interesse oder werfen Fragen auf, sollten Sie diese mit Ihrem Arzt abklären!

Als rechtlich mündiger Patient, haben Sie aber auch das Recht auf die Behandlungswahl und auf „Selbstbehandlung“, doch auch diese würde ich mit dem Arzt des Vertrauens absprechen!

Grundlage der Patientenrechte sind die internationalen Menschenrechte und die nationale Rechtsordnung (Bürgerliches Gesetzbuch, Bundesverfassung, Ärztegesetz), die ich in einem gesonderten Beitrag aufgelistet habe.

@25.03.15, überarbeitet am 14.09.19 Ferdinand

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Emily
Emily Hallo Ferdinand, du musst ja einiges mitgemacht haben und immer noch. Danke für den sehr informativen Artikel. Ich werde ihn meiner Tante empfehlen, die Schmerzpatientin ist. Das andere liest sich jedoch nicht so gut von dir. Wünsche dir alles Gute. Ja als junger Mensch sieht man noch nicht so. Bei uns auf dem Land haben wir jedoch noch einen guten Landarzt. - Obwohl das in den Nachbargemeinden nicht mehr so gut aussieht. Viele Praxen müssen... Mehr anzeigen 1 Woche
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Ferdinand
Ferdinand Emily, es geht mir gut! Am 04. Dez. steht meine 81 OP an, die meisten wegen einem schweren, schuldlosen Unfall exakt vor 18 Jahren am 26.11. 2001. Und nach der OP werde ich wieder fit und kann dann meine Rauschmittel absetzen - obwohl ein bisschen "creasy" ist manchmal gar nicht schlecht! 1 Woche
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