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Ferdinand Diskussion gestartet von Ferdinand 2 Wochen
Dieser Eintopf der Gaale Rüwe (= Gelbe Rüben) lässt vom Namen her erkennen, dass es sich hier um ein Gericht handelt, wie es bevorzugt in der Rhöner Region zubereitet wird. In der Regel wurde der Eintopf gerne im gusseisernen, geschlossenen „Bräter“ oder im Römertopf  in der Backröhre bei niedriger Hitze gegart, bzw. geschmort. Wenn denn die Landfrauen schon einen Elektroherd  hatten, dann wurde bei 80° - 120°, 240 – 360 Min. gegart, was den Vorteil  hatte, dass nebenher viele andere Arbeiten erledigt werden konnten und der Eintopf dadurch eine ganz vorzügliche Note  erhielt. Wurde der Eintopf nach einer Hausschlachtung zubereitet, dann selbstverständlich mit Schweinsfüßchen, die man auch heute noch beim Landmetzger auf Vorbestellung erhält. Aber auch Varianten mit gepökeltem Eisbein, mit Bauchfleisch oder mit Schweinenacken sind bekannt. In Nordhessen verwendet man als Fleischeinlage auch oftmals Kasseler – aber dazu später.

Zutaten:

1 – 2 kg Gaale Rüwe, gewürfelt

4 – 8 Schweinsfüßchen

2 – 4  Kartoffeln, gewürfelt

2 – 4  Karotten, gewürfelt

1 – 2 Kohlräbchen, gewürfelt

2 – 3 Zwiebeln, grob gehackt

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

3 – 5 Lorbeerblätter

5 Wacholderbeeren

Majoran gerebelt, Zucker, Salz und Pfeffer weiß, frische Petersilie zum dekorieren

1 – 1,5 Liter selbst gemachte Fleischbrühe oder aus Würfeln

2 – 3 EL frisches Schmalz od. Butter

Zubereitung:

Die Zwiebeln und den Knoblauch im Schmal andünsten (nicht braten!) die gewürfelten Gemüse zugeben, mit der Hälfte der Fleischbrühe angießen und die Schweinsfüßchen zu Oberst dazugeben. Dazu die Lorbeerblätter und Wacholderbeeren geben und das Ganze im Backofen bei vorgegebener Temperatur köcheln, bzw. dann etwas nach schmoren.

Nach der Garzeit, die Schweinsfüßchen entnehmen, restliche Fleischbrühe (ggf. – wie man es mag!)  zugeben, dann pürieren und mit den Gewürzen Abschmecken und die Schweinsfüßchen drauflegen und so servieren.

Manche mögen dazu noch zusätzlich Pellkartoffeln.

Gelber-Rüben-Eintopf mit Kasseler Bild:  chefkoch.de

Dazu schmeckt Buttermilch oder selbstgemachter Ebbelwoi (Most) – bei Verstopfung beides hintereinander!

Ich habe versucht, mich an das Originalrezept von 1879 zu halten. Der herbstliche Eintopf (eben zur Erntezeit der Gemüse), wurde auch mancherorts mit Rosenkohl verfeinert, eher aber in einer Gemüsesuppe.

@24.05.2018, Ferdinand
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Heli
Heli Scheint wohl ein hessisches Herbstgericht zu sein. Kannte es leider nocht nicht. 2 Wochen
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Ferdinand
Ferdinand Die gelbe Rüben gehören zum "vergessenen Gemüse" Im II. Weltkrieg wären vermutlich noch viele verhungert, hätten sie nicht auf Zuckerrüben oder Gelbe Rüben in großem Stil zurückgreifen können. Rüben konnten gut gelagert werden und halfen den Menschen ernährungsmäßig über die damals noch eisigen Winter. In vielen Gegenden hatte die Gelbe Rübe auch ganz andere Namen, z.B. Erdkohlrabe, Wrucke usw. 2 Wochen
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