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Ferdinand T. Diskussion gestartet von Ferdinand T. 1 Woche
Zu glauben, dass Urologen überwiegend von Männern konsultiert werden ist ein Irrtum! Denn immer mehr Frauen leiden an Blasenentzündung und oftmals an ständig wiederkehrender, also chronischer Blasenentzündung (chronische rezidivierende Zystitis/Cystitis). Und für Blasen- und Harnwegserkrankungen ist nun mal eben der Urologe der zuständige Facharzt und nicht der Frauenarzt.
                


Jede zweite Frau erkrankt mindestens einmal im Leben an Blasenentzündung – Tendenz weiterhin steigend. 80 % davon leiden unter wiederkehrenden und zum Teil unter häufigen Blasenentzündungen. Männer erkranken bis 60plus eher sehr selten daran, allerdings ab ca. 65 gleicht sich das Verhältnis zwischen Frauen und Männern zu dieser Erkrankung aus, was ab diesem Alter bei beiden Geschlechtern eher für ein häufig geschwächtes Immunsystem spricht.

Manche Wissenschaftler und zum Teil auch Mediziner sprechen bereits bei Blasenentzündung von einer Volkskrankheit und einige „Übermütige“ gar von einer „typischen“ Frauenkrankheit – dem möchte ich aber – aus vorgenannter Begründung - nicht unbedingt zustimmen.

Na ja, zu mindestens ist dieses Leiden in jungen Jahren zwischen Frau und Mann ziemlich ungleichmäßig verteilt und darum möchte ich in diesem Beitrag spezifisch jüngere Frauen ansprechen und vorbeugende Möglichkeiten aufzeigen, Risiken zu dieser Erkrankung zu minimieren. Dazu einige Sichtweiten, die größtenteils medizinisch-wissenschaftlich auch nachgewiesen bzw. belegt sind.

Normalerweise schützt uns unser Abwehrsystem vor Infektionen, die durch – uns täglich umgebende – Bakterien, Viren und Micro-Pilze ausgelöst werden. Auch in den Schleimhäuten unserer Harnwege ist das Immunsystem durch Abwehrzellen und Antikörper aktiv, um eigentlich Infektionen zu vermeiden. Doch das klappt nicht immer: Besonders wenn das Immunsystem aus irgendeinem Grunde geschwächt ist oder die Bakterien, Viren und Pilze in großen Mengen, besonders aggressiv auftreten oder resistent sind. Das sollten wir uns etwas genauer anschauen.

Ohne Bakterien könnten wir nicht leben. Gemeint sind hier die für uns guten Bakterien.  Doch mit dem Essen durchwandern auch, für uns schlechte Bakterien, Viren und Mikro-Pilze, unseren Verdauungstrakt und nisten sich teilweise – durch ein geschwächtes Abwehrsystem in Verbindung mit schlechtem Ernährungsverhalten - in unserem Darm an, vermehren sich unkontrolliert und lösen gesundheitliche Beschwerden aus. Sie können so aggressiv sein, dass sie die Darmschleimhaut zerstören und verschiedene, oft schwerwiegende und teilweise chronische Erkrankungen auslösen.

Einer der Bakterien ist das Escherichia coli (Abk. E.coli), das früher „Bacterium coli commune“ hieß. 1919 wurden sie nach dem deutsch-österreichischen Arzt und Forscher Theodor Escherich, der maßgeblich zur Bestimmung der Ursachen für Durchfallerkrankungen und Harnwegsinfektionen beitrug, umbenannt. Aber dies nur nebenbei bemerkt.

An sich sind die E.coli harmlos und für den chemisch-biologischen Umwandlungsprozess unserer Ernährung notwendig. Allerdings gibt es von diesen Bakterien auch aggressive Abarten, die nicht Teil unserer Darmflora sind und durch die Nahrung aufgenommen, zu mindestens Durchfall und in Folge auch Darmentzündungen auslösen, wobei hier besonders vier Varianten hervortreten (EHEC, EIEC, ETEC und EPEC) ohne in diesem Beitrag näher darauf einzugehen. Diese sog. pathogenen (Krankheiten verursachende) Arten des Bakteriums sind allerdings auch zusätzlich in der Lage, die guten E.coli-Bakterien durch Austausch von gentechnischem Material in schlechte und krankmachende Abarten umzuwandeln.

Zurück zur Blasenentzündung! Etwa 80 % der Blasenentzündungen werden genau durch diese Abarten des E.coli-Bakteriums verursacht! Die medizinisch-wissenschaftliche Lehrmeinung ist, dass diese Darm-Bakterien den Genitaltrakt (die Harnröhre) hochwandern und die Entzündung auslösen. Wäre denkbar wenn man den genderspezifischen, anatomischen Unterschied zwischen Frau und Mann betrachtet: Der Mann hat durch den Penis eine längere Harnröhre deren Öffnung zusätzlich vom Afterausgang weiter entfernt ist als bei der Frau. Dies würde teilweise erklären, warum junge Frauen häufig von Blasenentzündung betroffen werden und junge Männer höchst selten. Mich stimmt das ein wenig bedenklich, zumal wir heutzutage über hervorragende Hygiene-Möglichkeiten verfügen. Auszuschließen ist es allerdings nicht!

Durch meine biologischen Kenntnisse erscheint es mir allerdings glaubhafter, dass dieses Bakterium durch das Blut in die Blase wandert und Entzündungen auslöst. Auch heute noch wird zwar von der Schulmedizin gelehrt, dass das Blut steril ist, jedoch erhält man durch ein Spezialmikroskop, die sog. Dunkelfeldmikroskopie nach Professor Enderlein (07.07.1872 – 11.08.1968) völlig neue Erkenntnisse des lebenden Blutes. So ist z.B. damit nachweisbar, dass eine geschädigte Darmschleimhaut durchaus auch vermehrt Eiweiß und Bakterien durchlässt und unser Immunsystem strapaziert und Ausgangslage zu einer Autoimmunerkrankung, aber auch zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und zu einer Häufung von Blasenentzündungen ist. Hierbei würde auch die Monatsblutung der Frau eine gewichtige Rolle spielen.

Aus meinen Sichtweiten glaube ich, dass beide Arten der Infektion der Blase mit E.coli-Bakterien möglich sind und darum immer vorbeugend Wert auf absolute Hygiene und Stabilisierung des Immunsystems und eines gesunden Darmes, durch gesunde und fördernde Ernährung, gelegt werden sollte. Hierzu sind allerdings auch Patienten und Mediziner aufgefordert, sorgfältiger mit Antibiotika und anderen Medikamenten umzugehen.

Was ich damit meine?

Nun – der sorglose und oft leichtsinnige Umgang mit Medikamenten und hier ganz besonders mit Antibiotika hebeln ein gesundes und aktives Immunsystem aus und machen uns für Krankheitserreger viel anfälliger. Hier hinein spielt auch – und zwar ziemlich stark - die zusätzliche Belastung mit Antibiotika in der Massentierhaltung. Vor bestimmten schweren Operationen wird auch unser Immunsystem medizinisch oft heruntergefahren, um Abwehrreaktionen zu vermeiden. Dadurch werden wir natürlich auch und besonders in dieser Zeit an den Tummelplätzen für alle möglichen Erreger – den Kliniken – sehr anfällig. Ein Teufelskreis mit schwerwiegenden Folgen, zu dem manch einer „ein Lied singen kann!“

Wird eine Blasenentzündung nicht sorgfältig ausgeheilt, kann es zu einem chronischen Verlauf und  zu weiteren Komplikationen kommen. Dazu gehört z.B. das Absterben von Blasengewebe und in Folge eine Blasenschrumpfung. Ist die Harnröhre betroffen, kann es im Verlauf zu einer Harnröhrenverengung kommen. Wandern die Bakterien in die oberen Harnwege bis zu den Nieren, kann es zu Nierenentzündung führen und im schlimmsten Fall zum Nierenversagen kommen. Weiter bestehen auch die Gefahren, dass sich die Bakterien über den gesamten Blutkreislauf verbreiten und eine Sepsis (Blutvergiftung), mit verschiedenen Organversagen bis hin zum tödlichen Ausgang auslösen. Diese Gefahren lassen darum viele Ärzte schnell (vielleicht auch zu schnell) mit einer Antibiotika-Behandlung reagieren.

Ich möchte den Beitrag hierzu an dieser Stelle beenden mit dem obligatorische und rechtlich notwendigen Verweis auf meine Aussagen:

Anmerken möchte ich – wie immer – dass meine Sichtweiten keine Gesundheitsfachbeiträge sind und eine Abklärung und Behandlung durch den Arzt des Vertrauens oder den Facharzt nicht ersetzen! Wecken meine Beiträge trotzdem Interesse oder werfen Fragen auf, sollten Sie diese mit Ihrem Arzt abklären!

Als rechtlich mündiger Patient, haben Sie aber auch das Recht auf die Behandlungswahl und auf „Selbstbehandlung“, doch auch diese würde ich mit dem Arzt des Vertrauens absprechen!

Grundlage der Patientenrechte sind die internationalen Menschenrechte und die nationale Rechtsordnung (Bürgerliches Gesetzbuch, Bundesverfassung, Ärztegesetz), die ich in einem gesonderten Beitrag aufgelistet habe.

@11.08.2019, Ferdinand

Antworten
Barbara
Barbara Guten Morgen, Ferdinand. Danke für deinen Beitrag zur Blasenerkrankung. Die mit Abstand häufigste Ursache einer chronischer Blasenentzündung sind Bakterien. In den meisten Fällen stammen die Erreger aus dem Darm, dringen über die Harnröhre ein und „klettern“ bis zur Blase hoch. Schade das wir keine Gruppe speziell für Frauenerkrankungen haben. Vielleicht würde sich jemand von den Jüngeren dem annehmen wollen? - Momentan haben die Männer hier... Mehr anzeigen 1 Woche
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