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Waldemar Diskussion gestartet von Waldemar 4 Monaten
Rainer Mausfeld hatte "Warum Schweigen die Lämmer" in sehr eindringlicher Weise vor geraumer Zeit In Vorträgen und Buch verfasst. Seine Aussagen: "Wir leben in einer Scheindemokratie". Mausfeld beschäftigte sich mit dem hässlichen Arsenal, das in Demokratien genutzt wird, um die "lobotomisierte Herde" auf Kurs zu halten. (Aussage) 

Und weiter: "Für die Beschreibung dieses Umstands hat sich seit der Antike ein Bild etabliert: Die Menschen sind strukturell auch in der Demokratie immer Lämmer, die einem Herdenbesitzer gehören – egal ob sie das im Alltag spüren oder nicht. Ihre Freiheit besteht darin, aus dem politischen Personal diejenigen Hirten (Politiker) auszusuchen, die sie sympathisch genug finden, um von ihnen für ein paar Jahre im Glauben belassen zu werden, dass sie doch eine Art Kontrolle haben. Das Bild der Lämmerherde findet sich als roter Faden bei Platon, Hume, Madison, Friedrich II., Tocqueville, Russell und Lasswell, ohne dass jemals detailliert beschrieben worden wäre, wie sich dieses Verhältnis konkret im Alltäglichen artikuliert."

Mausfeld ist ein Volksaufklärer in der Denktradition Humboldts, Deweys und Chomskys, der minuziös dechiffriert, was sonst viele Bürger nur als Grund- und Bauchgefühl hegen: Etwas ist hier faul.

Was einem in ihrer "Lösung des Verstehen" keinen Deut weiter bringt, denn Angesichts dieser Tatsache und mangelnder Vorbildung haben es alternative Medien schwer. Das Heer der politischen namenloser Blogschreiber um so mehr.  Sie haben es schwer, überhaupt beachtet zu werden, und sie haben es schwer, für glaubwürdig gehalten zu werden. Erst kürzlich konnte man im Deutschlandfunk erfahren, welch unsaubere und dilettantische Artikel Tichys Einblick, Cicero und NZZ veröffentlichten, während der Spiegelfälscher Claas Relotius*  (Die Enthüllungen um den Ex-Spiegel-Redakteur Claas Relotius hat die Branche Ende 2018 tief erschüttert. Neben dem Hamburger Nachrichtenmagazin hatten zahlreiche weitere namhafte Medien (Zeit Online, NZZ am Sonntag, SZ-Magazin etc.) Artikel des heute 33-Jährigen veröffentlicht. Überprüfungen seiner Reportagen und Interviews ergaben diverse Ungereimtheiten und Fälschungen. In der Folge hatten die betroffenen Redaktionen erste Konsequenzen für die Arbeitsabläufe angekündigt.)

Natürlich nur ein tragischer Einzelfall sei. Die Argumente sind nicht wichtig, entscheidend ist, von wem sie kommen. Das ist nicht mal böser Wille – das ist nur menschlich. „Wo hast du das schon wieder her?“ Und deshalb ist es auch egal, was ich schreibe, denn Menschen, die nicht sowieso schon die Mehrheitsmeinung prüfen und angreifen, werden das hier nicht lesen.
 


Immer noch wegschauen. - Wenn auch weniger

Wir "Blogschreiber" sind alle Mitglieder in einem massenhaften verbreiteten "Feel-Good-Kreis" im Internet.  "Massenmedien", so Mausfeld, seien daran mit schuld, hätten sie doch eine narkotisierende Wirkung und vermittelten die Illusion der Informiertheit. Skandale blitzen hier und dort allenfalls noch kurz auf, bleiben aber letztlich folgenlos.

Die Fehlinformation ist total und auf fast allen Gebieten: In der Ökonomie, in der Medizin, in der Politik, in der Geschichtsschreibung usw. Dies geschieht aber viel geschickter als in offenen totalitären Regimes. Die Leute glauben mehrheitlich den Fehlinformationen und Lügen der Mächtigen und den ihnen hörigen Medien. Deshalb ist diese Manipulation und Fehlinformation auch so gefährlich.

Berufliche Abhängigkeiten sorgen aber dafür, dass alle Einwände, wenn überhaupt nur im Stillen geäußert werden. (Nur nicht damit auffallen, gilt nach wie vor) Außerdem: Die Erfahrung der schwäbischen Hausfrau ist immer noch, dass man sparen und für die Zukunft vorsorgen sollten. - Was daran wahr ist würde eine weitere Kolumne füllen.

Eines noch: "Wirkliche Demokratie ist ersetzt worden durch die Illusion von Demokratie, das Leitideal des mündigen Bürgers ist ersetzt worden durch das neoliberale Leitideal des politisch apathischen Konsumenten."

Deshalb ist Mausfelds Buch ist ein Weckruf zur rechten Zeit: "Der Demokratie laufen die Demokraten davon, während die Termiten unter den politischen Kräften begeistert an ihren morschen Rümpfen nagen. Die Zeit zur umfassenden Renovierung des Systems wird knapp. Dank Mausfeld wird nun endlich klar, wo jeder ansetzen kann, um die Demokratie zu retten: bei sich selbst".




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Ferdinand
Ferdinand Der derzeitige Zustand und damit verbundenes Verhalten lebt und stirbt durch die gesamte Gesellschaft und somit können Veränderungen auch nur aus ihr heraus entstehen. Doch bis es soweit ist und neue Akzente gesetzt werden, wird es wohl noch dauern, da die Gesellschft noch ziemlich gleichgültig, satt und träge ist und die Einschnitte für sie noch hingenommen werden. Doch es "grummelt" bereits spürbar (zum Beispiel beim Wahlverhalten) und eines... Mehr anzeigen 4 Monaten
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Sepp
Sepp Damit Demokratie funktioniert braucht es schon etwas mehr als Demokratie, nämlich Freiheit und Menschenrechte. Das eine kann es ohne das andere nicht geben. Eine Demokratie, bei der eine Mehrheit sich über die Grundrechte der Minderheiten hinwegsetzt, nicht mehr frei. Und Freiheit gibt es nur auf der Grundlage von Menschenrechte und sie wird durch die Demokratie immer wieder neu realisiert. Die Demokratie kann nur dann erfolgreich sein, wenn... Mehr anzeigen 4 Monaten
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